Kategorie: Blog

Literatur in Einfacher Sprache

Vergangenen Herbst lud mich das Literaturhaus Wiesbaden Villa Clementine zusammen mit Sudabeh Mohafez, Pierre Jarawan und Ricarda Junge ein, an einem Workshop zu „Literatur in einfacher Sprache“ teilzunehmen. Einen Tag lang lernten wir, was es heißt, in einfacher Sprache zu schreiben. Einfach, klar. Logisch! Zugänglich. Unmissverständlich. Unkompliziert.

Was bei der Umsetzung herausgekommen ist, kam im Literaturhaus Wiesbaden in zwei Lesungen Anfang dieses Jahres zu Gehör. Ein spannender Abend über Literatur mit neuen Einsichten über Sprache, Sprechen und Erzählen, moderiert von der wunderbaren Ruth Fühner. Der HR war dabei und hat aufgezeichnet.

Zu hören gibt es nun zwei Sendungen. Eine längere, einstündige über das hessische Projekt „Literatur in einfacher Sprache“, das in Wiesbaden und schon zum zweiten Mal in Frankfurt stattgefunden hat.

Und heute Abend, 26. März 2019, sendet die HR2 Spätlese meine Geschichte in einfacher Sprache: „Sie geht“.

„Eine Frau geht aus dem Haus. Sie schließt die Tür hinter sich. Und geht weg.“ Das ist schon die ganze Geschichte. Oder etwa nicht? Es sind einfache Worte für eine einfache Geschichte. Doch dahinter öffnet sich eine ganze Welt.

Also reinhören – oder nachhören. Viel Vergnügen!

 

(Foto (c) Markus Bohl)

Nachgehen – Walter Benjamins letzte Flucht

Soeben frisch erschienen in einem Themenheft „Flucht“ der Zeithistorischen Forschungen: mein Essay über Walter Benjamins letzte Flucht. Im September 1940 flüchtete der Philosoph vor den Nazis von Banyuls über die Pyrenäen nach Portbou in Spanien. Vermutlich nahm er sich dort das Leben, weil er glauben musste, an die Gestapo rücküberstellt zu werden.

Wer die Ruta Walter Benjamin nachgeht, verfolgt Spuren der Erinnerung.

Im Herbst 2017 wanderte ich auf den Spuren dieser Flucht, die nicht Sicherheit brachte, sondern den Tod. Seit einigen Jahren ist diese Fluchtroute ein ausgeschilderter Wanderweg und trägt den Namen Walter Benjamins. Rund um die Flucht und Benjamins Selbstmord ranken sich Geschichten und Bezeugungen, es gibt gesicherte und ungesicherte Fakten, Ungenauigkeiten und Zweifel. Davon handelt mein Essay, davon, „wie schwer es ist, eine Flucht zu rekonstruieren – selbst wenn ein Umfeld gebildeter und gut vernetzter Freunde ein unmittelbares Interesse daran hatte, Informationen zu erhalten und zu dokumentieren, und der Flüchtende so prominent war wie Walter Benjamin, kein Namenloser der Geschichte, sondern ein Erinnerter.“

 

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Die Kirchberg-Playlist

Kirchberg ist eine Geschichte über den Verlust der Sprache, aber auch über das, was bleibt, wenn sie abhandenkommt. Was bleibt, sind andere Ausdrucksformen – auch die Musik. Das alte Haus auf dem Kirchberg verwandelt sich im Lauf der Zeit in einen Ort voller Musik. Alle Lieder, die im Text vorkommen, gibt es in einer Playlist zum Nachhören. Viel Vergnügen.

Kirchberg: Der Clip zum Buch

Antifaschist zwischen Kunst und Politik

Kunst und Politik, antifaschistisches Engagement und kreatives Schaffen gingen bei Josep Renau Berenguer – 1907 in Valencia geboren und 1982 in Ost-Berlin gestorben – Hand in Hand, und erinnert wird sein Name auch deshalb, weil er als Funktionär während des spanischen Bürgerkriegs die wichtigsten Werke des Prado in Sicherheit bringen ließ. Seine antikapitalistischen Collagen, die er 1949 im mexikanischen Exil begann und ab 1958 in der DDR fortführte, waren bisweilen ebenso krude wie historisch ungenau. Fünfzig Jahre später jedoch, nach den tödlichen Ereignissen in Charlottesville und in einer Zeit, da entfesselter Kapitalismus in Verbindung mit Dummheit, rechtsradikalem Gedankengut und atomarem Kettengerassel seine Fratze zeigt, sind Renaus Blätter womöglich weniger verstaubt als gedacht und regen zumindest zur Reflexion über die globale Wirkmacht Amerikas, dessen gesellschaftliche Zerrissenheit und den zyklischen Verlauf von Geschichte an.

Der ganze Artikel in der Rubrik 10 nach 8 auf ZEIT online.

Drei Fragezeichen

Was es mit den Schmetterlingen auf sich hat. Wo man nicht fragen müssen sollte. Schuld als Brückenkopf.

Drei Fragen ergeben ein schönes Kurz-Interview (auf Deutsch) über historische Aufarbeitung und den gesellschaftlichen Umgang mit Schuld. Im Goethe Institut Barcelona mit der spanisch-deutschen Journalistin und Autorin Rosa Sala Rose, anlässlich der spanischen Übersetzung der „Blutorangen“.

Goethe Institut: Drei Fragen an… 

 

 

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Memory Works-Stipendium der Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vergibt dreimonatige Stipendien, die der internationalen Vernetzung und dem grenzüberschreitenden Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur dienen. Durch vertiefte gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung sollen alle Beteiligten zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe gelangen.

 

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„Blutorangen“ in spanischer und katalanischer Übersetzung

Ein sehnsüchtiger Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Das Buch kommt nach Spanien!

Seit dieser Woche sind die Übersetzungen ins Spanische und Katalanische erhältlich. Die Verlage Plataforma Editorial und Bromera haben die beiden Editionen in konzertiertem Teamwork herausgebracht, und wir haben Anfang Juni eine Reihe sicherlich interessanter Veranstaltungen in Barcelona:

 

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„Blutorangen“ als Taschenbuch

Appettitlich kullern sie auch auf dem Titel der Taschenbuchausgabe, die Orangen. Ebenso schön wie das Hardcover, leichter zu tragen, und der Clou: man zahlt weniger, bekommt dafür aber einen Stammbaum der Familien von Maite und Carlos dazu. Seit dem 17. Februar sind die „Blutorangen“ in der Pocket-Variante erhältlich … im Buchhandel eines jeden Vertrauens oder auch direkt bei Aufbau!

Dépêches bordelaises en français

Die „Postkarten aus Bordeaux“ entstanden während eines Aufenthaltes als Stadtschreiberin in Bordeaux im Frühjahr 2016, gedacht waren sie ursprünglich als kleine Lebenszeichen für Freunde. Daraus wurden längere Essays über die Stadt und ihre Umgebung, über Geschichte und Lebensgefühl. Die Gastgeberorganisation ÉCLA hat die Texte ins Französische übersetzen lassen – et voilà, bonne lecture!

 

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Sommernachtstraum

Die Astern blühen, und wo Astern sind, ist der Herbst nicht mehr weit. Doch bevor nun der Duft von Mandelkern und Bratapfel unsere Sinne beherrscht, einmal noch die Nase in den Rosen versenken und vom Sommer träumen. Ziemlich gut geht das zu jeder Jahreszeit mit dem bezaubernden Gartenbuch „Der Goldene Grubber“ von Kat Menschick.

 

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