Autor: verenaboos

Lesereise Januar / Februar

Bald geht es wieder auf Tour. Herzliche Einladung!

 

29.01.2018 | 18:15 Uhr | Augsburg
Lesung aus Blutorangen, Neue Stadtbücherei Augsburg, Ernst-Reuter-Platz, in Zusammenarbeit mit dem COLLOQUIUM AUGUSTANUM: „BILDER VOM SPANISCHEN BÜRGERKRIEG: EREIGNIS, MEDIEN, ERINNERUNG“

07.02.2018 | 20:00 Uhr | Freiburg
Lesung aus Kirchberg in der Buchhandlung Rombach

15.02.2018 | 19:30 Uhr | Wiesbaden
Lesung aus Kirchberg im Literaturhaus Villa Clementine

16.02.2018 | 19:30 Uhr | Würselen
Lesung aus Blutorangen im Alten Rathaus, Kaiserstraße 36

22.02.2018 | 20:30 Uhr | Berlin
Lesung aus Kirchberg im Buchhändlerkeller

27.02.2018 | 19:00 Uhr | Darmstadt
Lesung aus Kirchberg im Literaturhaus Darmstadt, Kasinostraße 3

 

Orangenpapierchenzeit!

Jetzt ist wieder Blutorangen-Zeit. Ich bin ein Fan von Orangenpapieren. In meiner Kindheit brachte meine Tante an Weihnachten traditionell eine ganze Kiste Mandarinen mit, viele noch mit Blatt und Stiel, viele in Papier gewickelt; der alte Antonio würde sich leicht verneigen und sagen „gelegte Ware von einem qualitätsbewussten Händler“. Jede Frucht ein kleines Geschenk und in meiner Erinnerung unlöslich mit der kindlichen Weihnachtsaufregung verknüpft, nur bei dieser Gelegenheit konnten wir uns so endlos die Bäuche mit Mandarinen vollschlagen. In „Blutorangen“ sind Orangen und Orangenpapiere ein Motiv, das meine Figuren über Epochen, Ländergrenzen und ideologische Gräben miteinander verbindet.

Kathedrale OrangenZwei Jahre lang habe ich in Valencia gelebt. Die Araber hatten Orangenbäume ornamental und als Schattenspender eingesetzt, auch heute noch sind etliche Straßen in Valencia von Orangenbäumen gesäumt und zur Reifezeit mit Fallobst gesprenkelt. Dufte, duftende Spritztouren durch die Haine während der Orangenblüte. Die Umgebung der Stadt, wie ich sie kenne, ist durch den Anbau von Zitrusfrüchten geprägt. Dabei begann der kommerzielle Anbau von süßen, essbaren Orangen im Königreich Valencia erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Innerhalb weniger Jahre hatte sich die Fläche schon verzehnfacht, und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdrängten Zitrusfrüchte den Weizen und Trockenlandbau endgültig. Die Einwohner Valencias ließen es sich etwas kosten, das Land zu erschließen und in Huertas umzuwandeln, die für Valencia typischen fruchtbaren, künstlich bewässerten Plantagen zwischen Meer und Bergkette, es entstand eine ganz neue Landschaft von Orangenhainen mit teils herrschaftlichen Wohnsitzen in deren Mitte.

Der November ist Hochsaison für Zitrusfrüchte, doch dank der großen Sortenvielfalt ernten die Bauern durchgehend von Oktober bis Juli. Valencia verfügt über die weltweit größte Anzahl an Sorten, die bekannteste ist Navel, und mit einem schönen Mosaik von Navel-Papierchen hat der Verlag auch das Vorsatzpapier von „Blutorangen“ bedruckt – „Importé d’Espagne.“

Naranjas Joaquin Gil NavalOrangenpapierchen waren ursprünglich dazu gedacht, die Früchte vor Stößen und besonders vor Schimmel zu schützen. Geerntet wurde von Hand, der Transport erfolgte in Körben, mit Lastwagen und schließlich per Schiff nach Großbritannien, Frankreich – und auch nach München, dessen Großmarkt lange Zeit in seiner Bedeutung für den europäischen Handel an dritter Stelle nach Paris und Barcelona stand. Sehr bald nutzten die Bauern die Papiere, um ihre Werbebotschaften unterzubringen, gestalteten sie für den Markt des Ziellandes, machten sie attraktiv für die weibliche Kundschaft oder richteten sich mit der Auswahl der Motive direkt an Sammler.

Schon damals in den achtziger Jahren, in den legendären Kisten meiner Tante, waren im Übrigen längst nicht mehr alle Früchte eingewickelt. Es ist nicht mehr notwendig, die Schale wird gewachst oder anderweitig gegen Schimmel behandelt. Wer ein bisschen nostalgisch stöbern möchte, ist im virtuellen Orangenpapiermuseum gut aufgehoben – nur das zauberhafte Knistern von Orangenpapier hört man halt leider nicht.

Kirchberg: Die Zeichnungen

Für Patrizio, Hannas Jugendfreund, ist ihre Rückkehr ins Dorf eine willkommene Gelegenheit, einen Gang rauszunehmen. Er verbringt wieder Zeit auf dem Kirchberg, den er doch nie als seine Herkunft empfunden hatte und wo er dennoch, selbst als Gastarbeiterkind, zugehöriger war als Hanna. Die Besuche in ihrem Haus werden auch für ihn zu einer Reise in die Vergangenheit, und er beginnt, die Geschichte seiner Familie als Graphic Novel zu zeichnen…

 

Axenia Schäfer, Chefredakteurin der Zeitschrift QUICUMQUE und vor allem auch eine begnadete Zeichnerin, hat sich mächtig ins Zeug gelegt und zwei Romanszenen zu bezaubernden Bildern werden lassen.

Kirchberg: Der Clip zum Buch

Leseprobe: Nachteulen

Antifaschist zwischen Kunst und Politik

Kunst und Politik, antifaschistisches Engagement und kreatives Schaffen gingen bei Josep Renau Berenguer – 1907 in Valencia geboren und 1982 in Ost-Berlin gestorben – Hand in Hand, und erinnert wird sein Name auch deshalb, weil er als Funktionär während des spanischen Bürgerkriegs die wichtigsten Werke des Prado in Sicherheit bringen ließ. Seine antikapitalistischen Collagen, die er 1949 im mexikanischen Exil begann und ab 1958 in der DDR fortführte, waren bisweilen ebenso krude wie historisch ungenau. Fünfzig Jahre später jedoch, nach den tödlichen Ereignissen in Charlottesville und in einer Zeit, da entfesselter Kapitalismus in Verbindung mit Dummheit, rechtsradikalem Gedankengut und atomarem Kettengerassel seine Fratze zeigt, sind Renaus Blätter womöglich weniger verstaubt als gedacht und regen zumindest zur Reflexion über die globale Wirkmacht Amerikas, dessen gesellschaftliche Zerrissenheit und den zyklischen Verlauf von Geschichte an.

Der ganze Artikel in der Rubrik 10 nach 8 auf ZEIT online.

Leseprobe: Ankommen

Wirbel der Geschichte

Timoteo Mendieta wurde 1939 vom Franco-Regime erschossen und verscharrt. Jahrzehntelang hat seine Tochter, heute 90, seinen Leichnam gesucht. Endlich ist sie am Ziel.

„Wie unter einem Brennglas leuchtete an jenem Sonntag auf, was die Bewegung der historischen Erinnerung, auch dank der Ausdauer, Unerschrockenheit und Medientauglichkeit von Ascensión Mendieta bisher hat erreichen können – und wie viel noch unerreicht bleibt, blockiert von der Aufarbeitungsverweigerung und der Geschichtsvergessenheit weiter Teile der spanischen Gesellschaft und ihrer Institutionen.“

Der ganze Artikel in der Rubrik 10 nach 8 auf ZEIT online.

Drei Fragezeichen

Was es mit den Schmetterlingen auf sich hat. Wo man nicht fragen müssen sollte. Schuld als Brückenkopf.

Drei Fragen ergeben ein schönes Kurz-Interview (auf Deutsch) über historische Aufarbeitung und den gesellschaftlichen Umgang mit Schuld. Im Goethe Institut Barcelona mit der spanisch-deutschen Journalistin und Autorin Rosa Sala Rose, anlässlich der spanischen Übersetzung der „Blutorangen“.

Goethe Institut: Drei Fragen an… 

 

 

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

Memory Works-Stipendium der Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vergibt dreimonatige Stipendien, die der internationalen Vernetzung und dem grenzüberschreitenden Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur dienen. Durch vertiefte gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung sollen alle Beteiligten zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe gelangen.

 

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„Blutorangen“ in spanischer und katalanischer Übersetzung

Ein sehnsüchtiger Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Das Buch kommt nach Spanien!

Seit dieser Woche sind die Übersetzungen ins Spanische und Katalanische erhältlich. Die Verlage Plataforma Editorial und Bromera haben die beiden Editionen in konzertiertem Teamwork herausgebracht, und wir haben Anfang Juni eine Reihe sicherlich interessanter Veranstaltungen in Barcelona:

 

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Lesereise Baden-Württemberg

Ein großes Glück ist es, wenn unerwartet eine Mail ins Fach ploppt, hallo, hier ist das Ministerium, wir hätten da eine gute Nachricht für Sie und könnten Sie uns bitte eine Telefonnummer zukommen lassen.

 

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QUICUMQUE Spendenaufruf

Ein Medium, für das ich bisweilen arbeite, ist QUICUMQUE, eine Zeitschrift für autarkes Leben, die mit herrlichen Bildern und lakonischem Witz das wichtige Wissen für Bastler und Ausprobierer, Selbermacher und Hobbyfarmer bietet. Dazu spannende Interviews zu den Themen der Gegenwart. Die QUICUMQUE will Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und gute Laune fördern. Das Magazin ist ein geistreiches, humorvolles, professionell gemachtes und mit Wissen prallvolles Liebhaberprojekt, das mir immer wieder den Horizont weitet.

 

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„Blutorangen“ als Taschenbuch

Appettitlich kullern sie auch auf dem Titel der Taschenbuchausgabe, die Orangen. Ebenso schön wie das Hardcover, leichter zu tragen, und der Clou: man zahlt weniger, bekommt dafür aber einen Stammbaum der Familien von Maite und Carlos dazu. Seit dem 17. Februar sind die „Blutorangen“ in der Pocket-Variante erhältlich … im Buchhandel eines jeden Vertrauens oder auch direkt bei Aufbau!

Dépêches bordelaises en français

Die „Postkarten aus Bordeaux“ entstanden während eines Aufenthaltes als Stadtschreiberin in Bordeaux im Frühjahr 2016, gedacht waren sie ursprünglich als kleine Lebenszeichen für Freunde. Daraus wurden längere Essays über die Stadt und ihre Umgebung, über Geschichte und Lebensgefühl. Die Gastgeberorganisation ÉCLA hat die Texte ins Französische übersetzen lassen – et voilà, bonne lecture!

 

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Kunst zu den „Blutorangen“

Buch meets Beitel – was dabei herauskommt, berührt und begeistert. Die Hamburger Künstlerin Anja Pietzarka hat sich von den Blutorangen inspirieren lassen. Sie hat ganz wunderbare Drucke hergestellt, die Bild und Text in Dialog treten lassen.  Was im stillen Stübchen einst entstanden ist, findet in den Werkstätten des Hamburger Museums für Arbeit über den Stechbeitel den Weg auf große Bögen, und es entstehen ganz neue Bild- und Gedankenwelten.

 

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Gerhard-Beier-Preis 2016 der LIT

Noch ist nicht Weihnachten, aber es gibt schon Lebkuchen in den Läden und auch andere frohe Botschaften: Die Literaturgesellschaft Hessen verleiht ihren Gerhard-Beier-Preis in diesem Jahr für die „Blutorangen“.

 

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Europas vergessene Diktatur?

Eine Ausstellung in Aachen, ein Symposium in Weimar: Zwei Veranstaltungen werfen Licht auf das verschattete Erbe Francos und auf jene, die schattige Ecken nicht scheuen, die sich die Hände schmutzig machen und das Schweigen brechen.

 

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Sommernachtstraum

Die Astern blühen, und wo Astern sind, ist der Herbst nicht mehr weit. Doch bevor nun der Duft von Mandelkern und Bratapfel unsere Sinne beherrscht, einmal noch die Nase in den Rosen versenken und vom Sommer träumen. Ziemlich gut geht das zu jeder Jahreszeit mit dem bezaubernden Gartenbuch „Der Goldene Grubber“ von Kat Menschick.

 

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