Kunst und Politik, antifaschistisches Engagement und kreatives Schaffen gingen bei Josep Renau Berenguer – 1907 in Valencia geboren und 1982 in Ost-Berlin gestorben – Hand in Hand, und erinnert wird sein Name auch deshalb, weil er als Funktionär während des spanischen Bürgerkriegs die wichtigsten Werke des Prado in Sicherheit bringen ließ. Seine antikapitalistischen Collagen, die er 1949 im mexikanischen Exil begann und ab 1958 in der DDR fortführte, waren bisweilen ebenso krude wie historisch ungenau. Fünfzig Jahre später jedoch, nach den tödlichen Ereignissen in Charlottesville und in einer Zeit, da entfesselter Kapitalismus in Verbindung mit Dummheit, rechtsradikalem Gedankengut und atomarem Kettengerassel seine Fratze zeigt, sind Renaus Blätter womöglich weniger verstaubt als gedacht und regen zumindest zur Reflexion über die globale Wirkmacht Amerikas, dessen gesellschaftliche Zerrissenheit und den zyklischen Verlauf von Geschichte an.

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